Stärkung der Widerstandsfähigkeit der städtischen Wasserwirtschaft durch Partizipation und Governance in Palmas, Brasilien
Palmas, die Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Tocantins, steht vor verschiedenen Herausforderungen wie Verluste im Leitungsnetz, Verschmutzung und der ungerechten Verteilung von Wasser. Die Herausforderungen bei Planung und Bewirtschaftung werden durch den Klimawandel noch verschärft.
In diesem Projekt testeten wir mit einem integralen Ansatz die Kombination zweier Methoden zur Analyse und Verbesserung der Wasserbewirtschaftung, einschliesslich Fragen zur Wasserknappheit, Überschwemmungen und Wasserqualität in einem städtischen Kontext. Obwohl die Beteiligung der Gemeinschaft, die Führung und die Verwaltung als Schlüsselfaktoren für die Wasserbewirtschaftung identifiziert wurden, muss besser erforscht werden, wie diese Faktoren zusammenwirken und den Erfolg der kommunalen Praxis bei der Wasserbewirtschaftung beeinflussen.
Für die Datensammlung und -analyse wird ein Aktionsforschungsansatz mit einer Kombination aus dem Wasserflussdiagramm (WFD) und dem Viable System Model (VSM) umgesetzt.
Das Wasserflussdiagramm ist ein visuelles Instrument zum Verständnis von Wasservorräten, -nutzungen und -flüssen und zur Identifizierung geeigneter und problematischer Nutzungspraktiken innerhalb eines bestimmten Gebiets. Es ermöglicht die Darstellung eines vollständigen Bildes, das das Menschenrecht auf Wasser und Sanitärversorgung, integriertes Wasserressourcenmanagement und Widerstandsfähigkeit miteinander verbindet. Ziel ist es, besser zu verstehen, wie die Wasserrahmenrichtlinie in einen strukturierten Entscheidungsprozess eingebettet werden kann.
Das VSM analysiert die einzelnen Elemente des Governance-Systems und ihre Interaktionen mit dem Ziel, dessen Tragfähigkeit zu verstehen. Es wird eine Reihe von Kontrollmechanismen analysiert, die die notwendigen und ausreichenden Voraussetzungen für die Lebensfähigkeit eines jeden menschlichen oder sozialen Systems beschreiben.
Die Daten für die Anwendung dieser beiden Instrumente werden vor Ort bei den offiziellen Versorgungsunternehmen und bei Befragungen von Interessengruppen erhoben. Die Projektergebnisse werden in Co-Creation-Workshops mit Interessenvertretern gemeinsam analysiert und potenzielle Lösungen für die Verbesserung des Wassermanagements und der Wasserbewirtschaftung in Palmas werden entwickelt.
Die Ziele des Projekts sind:
Identifizierung der Herausforderungen bei der Wasserversorgung und der Wasserqualität in Palmas, einschließlich der Bereiche, die durch den Klimawandel gefährdet sind (Wasserknappheit, Überschwemmungen, Wasserverschmutzung),
Dokumentation der gemeinschaftlichen Praktiken bei der Wasserbewirtschaftung und Identifizierung potenzieller Verbesserungsmöglichkeiten,
Entwicklung potenzieller Lösungen für die identifizierten Herausforderungen im Bereich Wasser in Co-Creation-Workshops mit den lokalen Interessengruppen.
Projektpartner